5. Januar 2012 Werner Krone

Was Darmstadt für die Büchner-Jahre tun kann

Manche Anträge kosten nichts außer gutem Willen. Eine Straße umbenennen zum Beispiel. Oder ein ganzes Viertel. Hier geht es um die Cambrai-Fritsch-Kaserne. Sie soll seit dem Abzug der US-Armee vor drei Jahren zivil umgenutzt (konvertiert) werden. Die Nazis holzten 1937/38 damals fünf Kasernen in den Wald, zwei davon in den Hang unterhalb der Ludwigshöhe. Die eine benannten sie nach den Leichenfeldern des 1. Weltkriegs bei Cambrai in Belgien. Die andere nach dem Freiherrn von Fritsch, Oberbefehlshaber der Wehrmacht ab 1935. Als Hitler seine Kriegspläne enthüllte, hatte er Bedenken, wurde der Homosexualität bezichtigt und entlassen. Das ist eine eigene Geschichte. Jedenfalls sind beide Namen mit unseliger Militärtradition verbunden, die es zu überwinden gilt.

Für das neu entstehende Viertel schlagen wir mit einem Antrag den Namen "Büchner" vor, listig verschweigend, ob Georg oder seine Schwester Luise gemeint ist. Der Name "Büchner-Viertel" ist auch lang genug.
Und da trifft es sich gut, dass 2012 ein Georg-Büchner-Jahr ist: Im Februar jährt sich sein Tod zum 175. Mal. Das Folgejahr ist ebenfalls ein Büchner-Jahr, denn am 17. Oktober 1813 wurde er in Goddelau geboren.
Unsere Fraktion hat beantragt, das Kommissgelände in "Büchner-Viertel" umzutaufen.

Unsere Meinung

Auf der anderen Seite der Heidelberger Straße liegt die Lincoln-Siedlung. Der Name des Präsidenten Abraham Lincoln ist mit dem Kampf gegen die Sklaverei verbunden. Dieser Name sollte beibehalten werden.