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Kommunalpolitische Bausteine zur Kommunalwahl 2006Kinder- und JugendpolitikKinder- und Jugendpolitik Kinder und Jugendliche sind ein ganz besonderer Teil der Gesellschaft. Mit ihrer Erziehung, mit ihrer Entwicklung ist auch die Entwicklung der Gesamtgesellschaft verbunden. Dies beginnt im Kindergarten und setzt sich in Schule, Ausbildung oder beim Studium fort. Hier werden die Weichen für das Leben als Erwachsene gestellt. 38 Prozent aller Sozialhilfebezieher in Darmstadt sind Kinder. Mit 15 Prozent verfügt die Gruppe der Jugendlichen unter 18 Jahren über die höchste Sozialhilfedichte. Jeder siebte Minderjährige bezieht Hilfe zum Lebensunterhalt. Aus den Daten der Darmstädter Schuldnerberatung geht hervor, dass 32 Prozent der Ratsuchenden unter 18 Jahren alt waren. Den Jugendlichen wird vorgegaukelt, ihnen stünden Tür und Tor offen, es gäbe keinerlei Beschränkung für sie. Jeder muss nur sein Leben selbst in die Hand nehmen, die Warenvielfalt lässt keine Wünsche mehr offen. Viele stellen erst zu spät fest, dass das Bild der Lifestyle- und Surfboard-Fun-Generation für sie nicht erreichbar ist, weil das notwendige Geld fehlt. Die Folgen dieser Entwicklung sind für viele Jugendliche persönlicher Rückzug oder allgemeine Lethargie. Auch Brutalität, Gewalt, nationalistische und rassistische Tendenzen gewinnen so an Einfluss, zumal wieder so genannte Werte wie Volk, Nation, Familie als Perspektive angeboten werden. Bildung darf keine Sache unmittelbarer wirtschaftlicher Verwendbarkeit sein. Wichtig ist die Erziehung zu sozialer Kompetenz, das Ausbilden einer Persönlichkeit und Eigenverantwortung. Das bedeutet auch Zufriedenheit mit der eigenen oder der Gruppenleistung. Dann braucht sich der Heranwachsende nicht mehr am Mythos seiner Nation oder anderen fragwürdigen Werten hochzuziehen. Was passiert, wenn Menschen und ganze Gruppen aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden und für sie keine Perspektive mehr besteht haben unsere Nachbarn in Frankreich erfahren. Keine Kürzung bei der Jugend - mehr tun für Kinder und Jugendliche! Kindergärten sind nicht nur Kinder-Parkplätze für die Arbeitswelt. Darmstadt hat einen Versorgungsgrad im Bereich Kindergärten von ca. 93,5 Prozent. Das hört sich gut an, lässt aber außer acht: Das Angebot ist ungleich auf die einzelnen Stadtteile verteilt: So liegt der Versorgungsgrad in Bessungen bei 127 Prozent, in Eberstadt-Nord nur bei 74,1 Prozent. Im Bereich Krippe/Krabbelstube sieht es schlimm aus: In ganz Darmstadt beträgt er gerade 8,5 Prozent. Im Bereich Hort liegt der Versorgungsgrad bei 18,1 Prozent. Die Prognosen für die nächsten Jahre lassen auch hier eher eine Verschlechterung erwarten. Ausbildung und Übernahme Im Arbeitsamtsbezirk Darmstadt stehen 1.789 freien Lehrstellen 2.648 noch nicht vermittelte Jugendlichen gegenüber (Stand: Beginn Ausbildungsjahr 2005/06). In Darmstadt selbst sind 1.143 Jugendliche unter 20 Jahren arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist sicher nach oben zu korrigieren, zumal viele Jugendliche aus der Not heraus andere Bildungsmöglichkeiten wie Studium oder Kurse belegen. Die Zahl der Ausbildungsplätze wurde auch in Darmstadt stark reduziert. Insbesondere große Betriebe wie Merck, Telekom oder Post AG bilden heute viel weniger Jugendliche aus als vor 15 Jahren. Der Ausbildungspakt ist auch in Darmstadt gescheitert. Mehr Initiative für Kinder und Jugendliche! Darmstadt braucht:
Schulen sanieren Darmstadt ist nicht gerade reich an Bodenschätzen. Unser einziger Rohstoff ist und bleibt: Die Bildung. In vielen der 44 Schulen in Darmstadt bröckelt der Putz, schimmeln die Wände, zieht es durch die Fenster, fehlt ausreichender Brandschutz, regnet es sogar teilweise rein. Von Eltern und Angehörigen wird erwartet, das sie die Renovierung der Klassenräume selbst finanzieren und ausführen damit ihre Kindern wenigstens in einem einigermaßen ansprechenden Klassenzimmer lernen können. Selbst die noch so gut gemeinten Kosmetikarbeiten lassen den jahrelangen Stillstand nicht übertünchen. Hier wird jedem vor Augen geführt, wie viel den Verantwortlichen unserer Stadt die Zukunft der Kinder wert ist und was sie bereit sind dafür zu investieren. Denn für die längst überfällige Sanierung und Beseitigung von Brandfallen in den Schulen muss viel Geld investiert werden. Nach städtischen Schätzungen 155 Millionen Euro! Geld das angeblich nicht da ist. Der Sanierung der Schule ist im Haushalt die oberste Priorität einzuräumen. Einer Streckung dieses Haushaltsposten über viele Jahre können wir nicht zustimmen. Modellen wie dem PPP (Public Privat Partnership) bei Sanierung und Unterhaltung öffentlicher Gebäude lehnen wir ab. Auch bei dieser Form der Privatisierung ist ein Einspareffekt nur kurzfristig. Die Kosten werden mittel- und langfristig höher ausfallen. |
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