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Linksfraktion

Pressemitteilung: Erweiterung der Stadt in den Westwald

Die bisherigen Stellungnahmen, die sich gegen die Perspektive einer Erweiterung der Stadt in den Westwald bei Eberstadt aussprechen, drücken sich vor einer Diskussion zum ungebremsten Wachstum unserer Stadt.

Dabei ist klar, dass das vorhergesagte Wachstum um 23.000 Einwohnerinnen und Einwohner bis 2035 keinesfalls durch innenstädtische Verdichtung und punktuelle Erschließungen am Stadtrand bewältigt werden kann. Zusätzlich stößt auch die Verdichtung oft auf berechtigten Widerstand, weil sie Freizeiträume vernichtet und die Aufheizung der Stadt verstärkt. Wer den Wald in Eberstadt und anderswo retten möchte, muss sich auch mit der Frage nach dem Wachstum unserer Stadt auseinandersetzen und es hinterfragen.

Aus Sicht der Linksfraktion wird eine Stadtentwicklung nach der Devise "Bauen, bauen, bauen" der Lage bei weitem nicht gerecht. Sicherlich benötigen wir weiterhin Neubau auf geeigneten Flächen. Aber andererseits ist pure Wachstumsbegeisterung keine gute Grundlage einer Entwicklungsperspektive unserer Stadt.

Die oft mit dem Begriff der "Schwarmstadt" beschriebene kulturelle Anziehungskraft ist nur ein Grund für den starken Zuzug von Menschen nach Darmstadt. Dieser folgt vielmehr auch der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Konzentration von Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen zieht auch die Menschen immer stärker in die Ballungsräume, so dass in manchen Regionen Leerstand wächst, während wir über die Bebauung von Waldflächen diskutieren müssen.

Vor diesem Hintergrund fordert die Linksfraktion eine breite Diskussion mit Verbänden, Gewerkschaften und nicht zuletzt mit der Bürgerschaft über eine soziale und ökologische Entwicklungsstrategie für Darmstadt. Im Vorfeld wären Sachfragen nach den Möglichkeiten für eine maßvolle Innenentwicklung zu klären, etwa nach dem Umfang der Baulücken, nach dem Leerstand oder nach den Kapazitäten der bestehenden Gewerbegebieten. Unser entsprechender Antrag für die Erstellung eines Baulückenkatasters für eine nachhaltige, die Landschaft schonende Stadtentwicklung wurde vor einem Jahr von der Koalition leider abgelehnt.

Notwendig ist auch eine regionale und überregionale Strukturpolitik, die an Stelle der Konkurrenz der Kommunen eine Kooperation pflegt, mit dem Ziel einer gleichmäßigeren Entwicklung in und zwischen den Regionen.