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Linksfraktion

Pressemitteilung: Keine „Neustrukturierung“ der Kinder- und Jugendarbeit

Die Stadt hat in der Stadtverordnetensitzung im Dezember eine Vorlage eingebracht, die auf Streichungen in der Kinder- und Jugendarbeit hinausläuft.  Als einzige hat die Linksfraktion gegen die Vorlage gestimmt, in der von „Neustrukturierung“ die Rede ist.

Ziel des Konzepts ist es u.a., die Haushaltsmittel gleichmäßiger auf das Stadtgebiet zu verteilen. Damit sollen nicht nur sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche erreicht werden. Stadtteile mit einem hohen „Sozialindex“ gemäß Sozialatlas sollen allerdings mehr als andere bekommen. Hierzu wird ein Faktor 2,25 angesetzt. Nach Meinung der Stadt bekommen bestimmte Stadtteile wie Eberstadt-Süd im Verhältnis zu anderen immer noch zu viele Mittel. Dort soll z.B. durch Tarifdumping gespart werden, indem dort das Kinderhaus Paradies komplett vom Träger „Internationaler Bund“ (Internationaler Bund Süd-West GmbH) übernommen wird. Der beschäftigt zwar die gleiche Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, bietet diesen aber schlechtere Entlohnungen. Dabei gehen auch wertvolle Erfahrungen und Netzwerke verloren, die gerade für die umfassende sozialpädagogische Arbeit im Stadtteil wichtig sind. Denn die städtischen Beschäftigten werden nun in andere Stadtteile „umgesetzt“. Damit verschlechtern sich sowohl die Situation der in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Arbeitnehmer*innen als auch die Bedingungen für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen.

Nun sind auch weitere Einrichtungen wie das Max-Rieger-Heim im Martinsviertel von der Umstrukturierung betroffen. Denn das wird laut „Darmstädter Echo vom 12.1.19 nicht mehr von der Stadt finanziert. Auch hier werden gewachsene Strukturen zerstört und es ist unklar, wie es mit den bisher vor Ort Beschäftigten weitergeht.

Wir bezweifeln außerdem, dass die statistische Berechnung den tatsächlichen Bedürfnissen in den Stadtteilen gerecht wird. „Es kann nicht sein, dass mit dem Argument der ‚Erweiterung des Angebots‘ bestehende Strukturen abgebaut werden. Stattdessen sind weitere Einrichtungen wie im Martinsviertel das neue internationale Jugendzentrum eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Angebot. Außerdem ist es ein Unding, dass die Ansichten der Beschäftigten vor Ort ignoriert oder gar als ‚egoistisch‘ (B. Akdeniz im Sozialausschuss, 13.11.2018) abgetan werden, obwohl diese doch die Expertinnen und Experten in der Kinder- und Jugendarbeit vor Ort sind“, so die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion, Kris Hartmann.