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Linksfraktion

Pressemitteilung: Kinder- und Jugendarbeit

Die Linksfraktion kritisiert die Pläne der Stadt, die Kinder- und Jugendarbeit neu zu strukturieren. Die Pläne haben zur Folge, dass sich die Arbeitsbedingungen in den unterschiedlichen Einrichtungen verschlechtern, da sich die Stadt immer mehr aus ihrer Beteiligung als Träger der Kinder- und Jugendarbeit zurückzieht. Dies bedeutet für die Beschäftigten schlechtere Tarifbedingungen (u.a. schlechtere Löhne) - wie z.B. im „Kinderhaus Paradies“ in Eberstadt-Süd, das nun ganz zum freien Träger „Internationaler Bund“ wechselt. Durch die dadurch bedingte „Umsetzung“ von Personal in andere Einrichtungen gehen wertvolle Erfahrungen und Netzwerke verloren, die gerade für die intensive, umfassende sozialpädagogische und sozialarbeiterische Arbeit in dem Stadtteil von zentraler Bedeutung sind.

Auf Kosten der Arbeitnehmer*innen und der Kinder und Jugendlichen sollen nach den Neustrukturierungsplänen z.B. für Eberstadt rund 140.000€ eingespart werden. Weiterhin ist mit einer Zunahme von Befristungen zu rechnen, da die Verträge der Stadt mit den freien Trägern in Zukunft nur noch eine Laufzeit von drei Jahren haben werden. Die Stadt plant des Weiteren den vermehrten Einsatz von Honorarkräften in der Kinder- und Jugendarbeit, für die 10€/pro Stunde vorgesehen sind. Der Etat für Honorarkräfte soll in den nächsten drei Jahren von rund 40.000€ (2019) auf 107.000€ (2021) steigen. Honorarkräfte sind extrem prekär beschäftigt, da sie keine regulären Arbeitsverträge und damit keine Arbeitslosen- oder Rentenversicherung haben, sich um ihre Krankenversicherung selbst kümmern müssen und es keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt; von bezahltem Urlaub ganz zu Schweigen. Die Stadt Darmstadt fördert somit prekäre Beschäftigung, ihre Aufgabe wäre allerdings diese einzudämmen. Zudem ist zu befürchten, dass für 10€ pro Stunde keine erfahrenen pädagogischen Fachkräfte auf Honorarbasis beschäftigt werden, was einen Qualitätsverlust der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen bedeutet.

Alles in Allem ist eine Verschlechterung der Situation der in der Kinder- und Jugendarbeit tätigen Arbeitnehmer*innen zu erwarten, die sich auch gravierend auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen auswirken wird. Es ist ein Widerspruch, wenn auf der einen Seite Qualitätsstandards für sozialpädagogische Institutionen gefordert werden, um z.B. schwierige Lebenssituationen von Kindern zu kompensieren und dann andererseits vorhandene qualitative Strukturen abgebaut werden. Das geplante Neustrukturierungsprogramm ist eine neoliberale Maßnahme, die auf dem Rücken von Mitarbeiter*innen und den sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen ausgetragen wird.