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Pressemitteilung zu den Baumfällungen (nicht nur) am Waldkunstpfad und zum Zickzackkurs von HessenForst

Zu den Berichten über die widersprüchliche Kommunikation von HessenForst bezüglich der geplanten Holzernte am Waldkunstpfad in Darmstadt erklärt die kommunale Fraktion der LINKEN zusammen mit der Landtagsabgeordneten Heidemarie Scheuch-Paschkewitz, Sprecherin für Forst und Naturschutz der Fraktion DIE LINKE im hessischen Landtag:

Das unsägliche Durcheinander in der Kommunikation der Baumfällungen am Waldkunstpfad zeige, dass HessenForst nicht aus Überzeugung, sondern nur unter dem Druck der Öffentlichkeit und offenbar auch nur zum Schein den Forderungen nach einem Moratorium der Holzernte ein kleines Stück entgegenkommen ist. Die Glaubwürdigkeit des Landesunternehmens ist nun am Nullpunkt angekommen. Auch der politische Wille oder zumindest die Durchsetzungsfähigkeit der Umweltministerin Priska Hinz müssten stark bezweifelt werden.

Vor zwei Wochen hatten sich die neuen Fraktionsvorsitzenden der Landtagsfraktion Elisabeth Kula und Jan Schalauske bei einer öffentlichen Begehung am Waldkunstpfad fachkundig über die Lage vor Ort unterrichten lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte HessenForst den Wald dort bereits in erschreckendem Ausmaß gelichtet. Die Markierungen an vielen weiteren, offenkundig gesunden Bäumen zeigten, dass es noch viel schlimmer werde, wenn das Ministerium nicht eingreift.

Nach einer Greenpeace-Studie seien weniger oder gar nicht forstlich bewirtschaftete Laubmischwälder besser durch die Extremsommer 2018 bis 2020 gekommen als solche, die wie der Darmstädter Ostwald stärker genutzt und entsprechend aufgelichtet werden. Heidemarie Scheuch-Paschkewitz hat die Landesregierung gefragt, ob sie diese Auffassung teilt und welche Schlüsse sie ggf. daraus zieht (http://starweb.hessen.de/cache/DRS/20/9/06979.pdf, Punkt 4). Die beiden Fraktionen wollen erfahren, ob die fachliche Überzeugung der Ministerin oder die eingefahrene Praxis von HessenForst hinter der unvernünftigen Bewirtschaftung unter anderem des Darmstädter Ostwalds steckt.

Scheuch-Paschkewitz macht auch darauf aufmerksam, dass es nicht nur um die Umgebung des Waldkunstpfads in Darmstadt gehen kann. Dort sei die Aufmerksamkeit besonders groß, weil der Bereich der Naherholung dient. Um den Wald zu schützen und insbesondere seine Funktion für den Klimaschutz zu stärken müsse die Bewirtschaftung des Walds jedoch überall nachhaltiger erfolgen. Maria Stockhaus von der kommunalen Fraktion erklärt abschließend: „Nötig ist zumindest ein Moratorium für die Holzernte in gestressten Wäldern sowie in der Nähe von Bebauungen, so wie es die Stadt Darmstadt für ihren Wald bereits festgelegt hat.“

 

Video der Westwaldallianz von einer fachkundigen Führung am Waldkunstpfad mit Volker Ziesing:
https://youtu.be/Mv5Zn6FjtY4