Antrag "Benennung eines Platzes nach Ali Bayram"

Antifaschismus und Antirassismus

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

In Darmstadt wird ein öffentlicher Platz nach dem ermordeten Mitbürger Aly Bayram benannt.

Begründung

Zwischen 1990 bis Ende 2011 sind nach Recherchen der Amadeu Antonio Stiftung 182 Menschen durch die Folgen menschenfeindlicher Gewalt ums Leben gekommen. Aufnahme in diese Liste fanden alle Mordfälle, die nach gründlicher Sichtung der Quellen aus rechtsextremen und rassistischen Motiven erfolgten oder wenn plausible Anhaltspunkte für diese Annahme bestehen. Dazu kommen solche, in denen Täterinnen und Täter nachweislich einem entsprechend eingestellten Milieu zuzurechnen sind und ein anderes Tatmotiv nicht erkennbar ist.

Zu diesen Opfern ist Aly Bayram zu rechnen, der am 18. Februar 1994 im Schiebelhuthweg nach Beschimpfung als „Türkenpack“ von einem Nachbarn erschossen wurde.
Diese Tat geschah in unserer Stadt. Um ein Zeichen für die gelungene Eingliederung von Tausenden Immigranten aus vielen Nationen in Darmstadt zu setzen, sie ausdrücklich in unsere Mitte aufzunehmen, ist die Benennung eines markanten Platzes eine geeignete Geste. Hierzu schlagen wir den bisher unbenannten Straßenstern Mollerstraße – Robert-Schneider – Straße – Emilstraße – Liebfrauenstraße vor.