Redebeiträge
Rede von Tamara Hanstein vom 12.11.2024 – zu Antrag betr. Welterbe
zu SV-2024/0028 – Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 7. Juni 2024 betr. Welterbe
Damit die Mathildenhöhe Welterbe werden konnte, musste auch ein Managmentplan erstellt werden. Dieser Managmentplan - und ich zitiere aus der Einführung des Leitfadens für die Praxis der deutschen UNESCO-Kommission zu Managementpläne für Welterbestätten. Also nochmal - "Dieser Managmentplan für eine Welterbestätte ist ein integriertes Planungs- und Handlungskonzept zur Festlegung der Ziele und Maßnahmen, mit denen der Schutz, die Pflege, die Nutzung und Entwicklung von Welterbestätten verwirklicht werden sollen."
So ein Managmentplan ist seit dem 1. Februar 2005 für eingetragene Welterbestätten zwingend erforderlich. Und natürlich hat auch die Mathildenhöhe einen Managmentplan, der auch die entsprechend den Richtlinien wesentlichen Bausteine enthält. Somit sind auch im Managmentplan Mathildenhöhe insbesondere im Kapitel 5.3 Gefahren und präventiver Schutz diverse Maßnahmen gelistet, um das Welterbe vor verschiedenen Gefahren zu schützen. Zu diesen Gefahren zählen neben einigen weiteren auch Tourismusdruck und Vandalismus, also die beiden Gefahren, zu denen die Koalition nun Maßnahmen entwickeln möchte. Über die Maßnahmen lässt sich streiten. Aber es geht um Maßnahmen, die es offensichtlich schon gibt. Dementsprechend kann ich den Antrag nur als unnötig betrachten.
Vor allem ist der Antrag einfach zu unspezifisch, wie zumindest die Mitglieder des MoBOB spätestens seit der Diskussion im Ausschuss wissen dürften. Und nicht nur von dort möchte ich mitbringen, dass diese unspezifische Formulierung bei verschiedenen Menschen die Sorge auslöste, dass die Mathildenhöhe bald nur noch hinter Panzerglas oder hinter Gitter zu sehen ist bzw. die Flächen nicht mehr genutzt werden können, um das Kaltgetränk, der Wahl zu trinken. All das wurde natürlich im Ausschuss dementiert. Wobei der letzte Punkt wohl jetzt schon problematisch sein kann, wie mir eine Bekannte letztens berichtete. Als sie im Sommer am Rand des Brunnens saß, wurde sie von einer Ordnungskraft vertrieben. Das diese Ordnungskräfte verstärkt patrouillieren ist ein Beispiel für eine Maßnahme des Maßnahmenkatalog im Managmentplan der Mathildenhöhe. Und damit wären wir wieder an dem Punkt, dass es die entsprechenden Maßnahmen ja schon gibt, wenn wir sie umsetzen.
Aber klar, wir können das beschließen. Denn wie mein alter Physik- und Astrolehrer immer sagte, wenn wir zwar eine wahre, aber unnütze Antwort gaben: "Der Mond ist kein Klappstuhl."
