Redebeiträge
Rede von Tamara Hanstein vom 24.06.2025 – Verkehrskonzept Lichtenbergblock
zu 2025/0150 - Verkehrskonzept Lichtenbergblock im Rahmen des Projektes "Heinerblocks" - Maßnahmenumsetzung 2025
Es ist gut, dass zumindest im sogenannten Lichtenbergblock nun erste Schritte zur Verbesserung der verkehrlichen Situation getätigt werden, auch wenn die Maßnahmen wirklich nichts mehr mit dem Vorbild der „Superblocks“ zu tun haben. Allerdings war auch das ursprüngliche Konzept der Stadt nur ein abgespeckter Superblock, wenn überhaupt und der Heinerblocks-Initiative viel zu wenig.
Und dann kam das Finanzproblem und die Priorität wurde auf andere Projekte gesetzt.
Und nun sind wir hier und müssen uns wohl freuen, dass überhaupt was passiert?
Nun gut, durch die neuen Einbahnstraßenregelungen, das nur noch einseitige Parken in einigen Straßen, die Befreiung des Kreuzungsbereichs von Autos und die Schaffung von weiteren Radabstellanlagen, sowie Abstellflächen für E-Tretroller dürften die Gehwege etwas leerer werden und es möglich sein diese in den meisten Straßen zu verwenden.
Aber leider nur in den meisten Straßen, in der Liebfrauenstraße wird die Parkraumneuordnung, wie sie angedacht war vorerst nicht umgesetzt, sondern nur Parkplätze markiert, die eine Gehwegrestbreite von 1,5 m hinterlassen (und damit wie wir dank UFFBASSE schon gelernt haben weniger Raum für Fußgänger*innen lässt, als sie bisher hatten. )
(1,5 m sind nicht nur eine Verschlechterung für die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen, jene also die wir eigentlich an die erste Stelle setzen sollten, wenn es darum geht den Platz in unseren Straßen zu verteilen,) 1,5m sind (auch) weniger als die 1,8m, die die Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen, kurz RASt oder auch die Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen, kurz EFA als Verkehrsraum für zu Fußgehende setzt. In diesen 1,8m ist aber weder berücksichtigt, dass dieser Verkehrsraum nach den gleichen Richtlinien für die Barrierefreiheit mindestens noch mal 20cm breiter sein muss, noch dass hier eigentlich noch Sicherheitsabstände zu Bebauung, Bordstein oder parkenden Autos hinzuaddiert werden müssen, sodass man abhängig von der Umgebung bei mindestens 2m 50 rauskommt, hier wohl eher bei 3m, weil die Autos parallel zum Gehweg parken.
Natürlich sind diese Richtlinien nicht immer umsetzbar und 3m gibt auch der bauliche Bestand an Gehwegen nicht her, aber zumindest den baulichen Bestand, die 2,5m Gehwegbreite auf beiden Seiten sollten wir nutzen!
Und Fakt bleibt in der Liebfrauenstraße haben Fußgänger*innen nach aktueller Planung zu wenig Platz (und es ist eine Verschlechterung zum IST-Zustand). Eine Verkehrsplanung zulasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen ist einfach etwas, dass wir uns nicht mehr leisten können, wenn wir die Mobilitätswende irgendwann schaffen, möchten
