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Arm raus - Reich rein? Oppenheimer Straße bleibt!

Die Linke

Die Bauverein AG plant den Abriss aller Mietwohnungen in der Oppenheimer Straße und möchte statt dessen dort schicke Reihenhäuser errichten und deren Wohnungen für hohe Preise an eine zahlungskräftige Klientel verkaufen.

Arm raus - Reich rein?

Niemand der jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner wird sich den Kauf leisten können. Ebenso verhält es sich mit den Häusern in der Binger Straße, Einmündung Oppenheimer Straße, bei denen gerade der Umbau beginnt. Auch dort vernichtet der Bauverein günstige Mietwohnungen und will an deren Stelle Eigentumswohnungen errichten. Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner dort leben bleiben möchten können sie diese dann zu Höchstpreisen, 3 Zimmer für 180.000 Euro, 4 Zimmer für 260.000 Euro erwerben. Wer von ihnen kann sich solche Wohnungen leisten?

Eine Kette: Gießener Straße - Holzhofallee - Binger & Oppenheimer Straße

Der Bauverein, zu 100% im Besitz der Stadt Darmstadt (und damit auch von uns!) betreibt unter der Leitung des Vorsitzenden Hans-Jürgen Braun (Bündnis90/ Die Grünen) schon seit mehreren Jahren eine konsequente Politik der Vernichtung günstigen Wohnraums zu Gunsten von teurem Wohnraum für Besser- und Spitzenverdiener. So führte der Umbau der Häuser in der Gießener- und Mollerstraße schon vor einigen Jahren dazu, dass von den ursprünglichen Mietern nur noch ein einziger nach den Arbeiten wieder zurückgezogen ist. Die Mieten wurden drastisch erhöht. Das gleiche passierte nach den Umbauten in der oberen Holzhofallee. Auch dort kann sich kaum einer der alten Mieter die jetzigen teuren Mieten noch leisten.

Das beste Musterbeispiel existiert jedoch in der Oppenheimer Straße selbst. Nach dem Umbau der beiden Häuser auf der linken Seite am Ende der Oppenheimer Straße, werden dort jetzt knapp 1000,- Euro/Monat für eine 75-Quadratmeter-Wohnung verlangt. Eine satte Verdopplung von dem, was viele der Bewohnerinnen und Bewohner bisher monatlich zahlen! Wer kann das mit seinem Arbeitseinkommen oder seiner Rente bezahlen?

Verdrängung von Mietern mit wenig Einkommen

Die Folge ist die Verdrängung der Altbewohner aus ihrem Wohnviertel. Schritt für Schritt will das der Bauverein auch mit den anderen Bewohnern des Viertels machen. Schließlich wird in den bunten Werbebroschüren schon jetzt vom Wohngebiet "Oppenheimer Park" gesprochen.

Dableiben? Nur mit viel Subvention!

Es ist also festzustellen, dass der Bauverein insgesamt fast zweihundert günstige Wohnungen im Gebiet der ehemaligen Postsiedlung vernichten will, um sich dort mit Eigentumswohnungen, Reihenhäusern und teuren Mietwohnungen eine goldene Nase zu verdienen.

Bauverein: Schwerpunkt auf Rendite

Der Bauverein scheint einen unternehmerischen Schwerpunkt auf die Errichtung von neuen Bauprojekten für die Oberschicht zu setzen. Nicht weit von der ehemaligen Postsiedlung entfernt, errichtete er am Jüdischen Friedhof vor einigen Jahren ein Wohngebiet, bei dem man für einige Häuser 1 Millionen Euro mitbringen musste, um dort residieren zu dürfen: http://www.darmstadt.de/standort/ stadtentwicklung-und-stadtplanung/stadtplanung/ stadtumbau/gaertnerei-loos/index.htm
Um dem Projekt in der Postsiedlung eine soziale Note zu geben, hat der Bauverein in Kooperation mit der Stadt Darmstadt beschlossen, das Belegungsrecht für Wohnungen im gerade fertiggestellten Bau am Ende der Oppenheimer Straße für 10 bzw. 20 Jahre an die Stadt Darmstadt zu verkaufen (= Sozialer Wohnungsbau). Dafür erhält er die stolze Summe von mehreren hunderttausend Euro.
Es ist verrückt: Erst sorgt der im Besitz der Stadt Darmstadt befindliche Bauverein für die massenhafte Vernichtung von günstigen Wohnungen, dann erhält er viel Steuergeld, damit er zulässt, dass die Mieten von einigen Wohnungen städtisch subventioniert werden.
Es steht fest: Bisher sind alle Wohnungen in der Siedlung auch mit überschaubarem Einkommen zu finanzieren. Nach der vom Bauverein vorgesehenen Maßnahme werden knapp 50 Sozialwohnungen übrig bleiben, die auch nur die Personen erhalten, die von Arbeitslosengeld II und Sozialhilfe/Grundsicherung leben oder ein sehr geringes Einkommen haben. Auf der Strecke bleibt der große Teil der Altmieter, die zu wenig verdienen um 10,- Euro Kaltmiete pro Quadratmeter bezahlen zu können und knapp über den sehr niedrigen Einkommensgrenzen für eine Sozialwohnung liegen. Diese werden verdrängt.

Wer trägt die Verantwortung?

Vorsitzender der Bauverein Darmstadt AG: Hans-Jürgen Braun, Bündnis 90/ Die Grünen Vorstandsmitglieder: Daniela Wagner, Bündnis 90/Die Grünen (Mitglied des Bundestags); Michael Siebel, SPD (Mitglied des Hessischen Landtags) Vorsitzende des Aufsichtsrates: Sabine Seidler, SPD Wohnungsdezernent im Magistrat der Stadt Darmstadt: Jochen Partsch, Bündnis 90/Die Grünen und Ehemann von Daniela Wagner

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