Goethe weint bis 2011
Warum seine Schule eine Turnhalle braucht ...
Kinder und Jugendliche geraten schneller außer Puste als früher. Bei Stürzen ist das Verletzungsrisiko größer und ihnen fehlt es auch an Gleichgewichtssinn. Daher gibt es z.B. an der Kästnerschule in Kranichstein ein Förderprogramm für bewegungsarme Kinder. Denn in immer mehr Familien geht die Lust an der Bewegung verloren zu Gunsten von Computern, Wii- und MP3-Playern.
Daher auch empfahl im letzten Jahr der Kommunale Sportentwicklungsplan wegen des "Wandels des Sportverhaltens und der Bedeutung einer übergreifenden motorischen Grundausbildung von Kindern die Durchführung einzelner innovativer Modellprojekte (z.B. Bewegungslandschaft, Kletterwand, Turn-Mehrzweckhalle)" und schlug hierzu u.a. die Turnhalle der Goetheschule vor. Im Gegensatz zu der vor 125 Jahren gebauten Grundschule im Johannesviertel sollte die Turnhalle aus den 70er Jahren ohnehin erneuert werden. Da die Kellerräume nur eine Fluchtmöglichkeit bieten und sich die Vorschriften geändert haben, Deckenlamellen lose waren und Schimmel aufgetreten ist. Sicher ist nur: baufällig war die Turnhalle nicht und von Asbest war auch keine Rede.
... aber nun nicht mehr hat
Dabei sah alles wie Routine aus: Der Magistrat beschloss noch am 19. März Abriss und Neubau der Turnhalle. 700.000 € für den Abriss noch in diesem Sommer, weitere Mittel für den Baubeginn im Herbst als Verpflichtungsermächtigung und den Rest für 2009 zur Fertigstellung, insgesamt 1.802.000 €. Nun ist die Turnhalle in den Sommerferien abgetragen worden bis auf die Kellermauern. Doch nun ist wegen knapper Stadtfinanzen der Wiederaufbau auf das Jahr 2011 verschoben. Und bitter zudem: Der Abriss wäre noch um Jahre aufzuschieben gewesen!>
Im Regen steht die Schule, stehen aber auch die Vereine, die nachmittags und abends die 392 m² große Halle nutzten. Und Wahllokal für das Viertel war die Halle auch. Die Eltern haben vor dem "Darmstadtium" protestiert, sammeln Unterschriften.
