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Immer Ärger mit den Fahrscheinautomaten - vertuscht und unter den Teppich gekehrt

Rainer Keil

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie benutzen den ÖPNV, wollen sich im Bus oder der Straßenbahn der HEAG mobilo einen Fahrschein ziehen, und der nette Automat spuckt statt dessen zwei aus. Oder der Automat wirft Fahrscheine anderer Tarifgebiete aus. Wir waren selbst verwundert, dass diese Zustände bei weitem keine Einzelfälle sind.

Alles nicht so schlimm? Für den Fahrgast mag dies noch gelten, für den betroffenen Fahrer / die betroffene Fahrerin sieht das anders aus. Ihnen werden die Fehlbuchungen nämlich angelastet - nach eigenen Berechnungen kommen da Beträge zusammen, die bis zu 7 Euro pro Woche dem Fahrer / der Fahrerin unberechtigt angelastet werden.

Kleine Anfrage

Wir haben diesen Missstand, der uns von Fahrgästen der HEAG mobilo geschildert wurde, zum Anlass genommen, um mit einer kleinen Anfrage beim zuständigen Dezernenten nachzuhaken.
Wir wollten wissen, ob dem Magistrat dieses Problem bekannt ist, welche Firmen an der Entwicklung des Fahrkartensystems beteiligt waren, wie mit den Defiziten in den Abrechnungen der Fahrer/Fahrerinnen verfahren wird und ob an einer Aktualisierung der nicht ordnungsgemäß arbeitenden Systeme gearbeitet wird.
Nach der Einbringung der kleinen Anfrage am 14.12.2008 und einem Zwischenbescheid am 18.12.2008 ("Es müssen noch ergänzende Informationen eingeholt werden") erhielten wir dann am 21.01.2009 von Stadtrat Feuchtinger (Grüne) folgende "Antwort":
Nein, dem Magistrat war dieses Problem nicht bekannt. Deswegen wurde eine Stellungnahme der HEAG mobilo GmbH eingeholt. Die Antwort vom 12. Januar 2009 lautet wie folgt: "Die HEAG mobilo GmbH sieht sich nur dann veranlasst, den Magistrat der Stadt Darmstadt über firmeninterne technische Angelegenheiten zu informieren, sofern diese Angelegenheiten von Seiten der HEAG mobilo GmbH als schwerwiegend erachtet oder als hohes Risiko eingestuft werden. Das ist hier nicht der Fall."
Und weiter: "Diese Fragen sind unzulässig, da sie sich nicht auf eine gemeindliche Angelegenheit beschränken, sondern auf die Tätigkeit der HEAG mobilo GmbH als städtische Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit beziehen."
Im Klartext: Hier wird vertuscht und unter den Teppich gekehrt.
Dazu passt auch eine anonyme Information, die uns darüber unterrichtet hat, dass unsere kleine Anfrage auf Seiten der Geschäftsleitung von HEAG mobilo zu hektischen Aktivitäten geführt hat. Allerdings nicht um die angesprochenen Mängel abzustellen - sondern um die "Informanten" ausfindig zu machen.
Stellt sich die Frage, was der Grund ist für Vertuschung und Verschleierung, warum man so intensiv nach "Verrätern" sucht?

Internetrecherche

Laut Internetrecherche (HEAG mobilo war nicht bereit auf unsere Frage nach den Herstellerfirmen zu antworten) werden die Fahrscheindrucker von der Firma Improdi GmbH & Co KG hergestellt und vertrieben. Über das von der Firma Vedisys bereitgestellt Vertriebsdatenmanagement werden die Daten in einem Datenpool gesammelt und den Verkehrsunternehmen zur Verfügung gestellt. Partner dieser Unternehmen ist die Firma BSV GmbH mit Sitz in Griesheim bei Darmstadt. Einer der beiden Geschäftsführer ist oder war Projektleiter bei der HEAG mobilo. Ob dies der Grund für die bescheidene Reaktion der Geschäftsleitung von HEAG mobilo ist, lässt sich nicht zweifelsfrei beweisen. Ein "Gschmäckle" aber bleibt.

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