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Kolumne "Links gedacht"

Stadtverordnetenfraktion

Einige kluge Köpfe definierten die Funktion von Journalismus folgendermaßen: "Durch den Dschungel der irdischen Verhältnisse eine Schneise der Information zu schlagen - und den Inhabern der Macht auf die Finger zu sehen."
Legt man diesen Maßstab auf unsere hiesige Regionalpresse, allen voran dem unvermeidlichen "Darmstädter Echo" an, tritt eher Ernüchterung ein. Wer die Berichterstattung über Stadtverordnetenversammlungen und parlamentarischen Initiativen in den vergangenen Monaten genau verfolgt, stellt folgendes fest: Gerade die Aktivitäten der "kleinen" Oppositionsparteien (immerhin 18 Prozent der gültigen Stimmen!) fristen eher ein Schattendasein oder werden komplett ausgeblendet. Unsere Stadtverordnetenfraktion DIE LINKE Darmstadt ist sicherlich mit ihrem Wahlergebnis von 2,1 Prozent nicht der Nabel der Welt, aber es mutet schon seltsam an wenn just ab dem Zeitpunkt der Landtagswahlen keinerlei Berichterstattung mehr erfolgt. Unsere Positionen zum Verkauf der städtischen Aktienpakete, zum Defizit des Darmstadtiums, zum Schulmittelbeihilfefonds, zur Preisgestaltung des Freibades Großer Woog oder zur geplanten ICE-Trasse werden unterschlagen, finden kein Echo im "Echo".
"Journalismus trägt zur öffentlichen Meinungsbildung bei", so die offizielle Definition. Ein Journalismus, der unliebsame Positionen ausblendet betreibt aber keine Meinungsbildung, sondern er versucht Meinung zu beeinflussen.

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