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Lippenbekenntnisse

Karl-Heinz Böck

SPD und Grüne sprechen bundesweit über die Vorzüge von integrierter Gesamtschulen. Wenn es aber in Darmstadt an die realistische Umsetzung geht, sind Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Reden angebracht.

Da hat unsere Fraktion einen Antrag eingebracht, zu prüfen, ob in den Räumen der Diesterweg-Schule in der Julius-Reiber-Straße eine integrierte Gesamtschule mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt eingerichtet werden könne. In der Stadtverordnetenversammlung am 9. Dezember 2010 äußerten sich alle anderen Fraktionen dazu negativ, aber immerhin: Man entschied sich, den Antrag im Schulausschuss zu behandeln. In der Sitzung des Schulausschusses am 2. Februar machte unser Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Böck darauf aufmerksam, dass die Kapazitätsanalyse im Schulentwicklungsplan (SEP) alleine für das Schuljahr 2011/12 einen zusätzlichen Bedarf von vier Klassen für weiterführende Schulen feststellt. Der Ausschuss-Vorsitzende Horst A. Härter (SPD) erklärte daraufhin, dass es für eine integrierte Gesamtschule keinen Bedarf gebe. Ihm schien der Schulentwicklungsplan oder zumindest die Kapazitätsanalyse wohl fremd zu sein. Der Hinweis auf den Modellcharakter einer solchen Schule mit der Möglichkeit, zukunftsweisende Wissensvermittlung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu erproben, konnte den Schulausschuss nicht überzeugen und er lehnte den Antrag ab.

Aus unserer Sicht versäumt die Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Chance, die erforderlichen zusätzlichen Kapazitäten durch Einrichtung einer innovativen neuen Schule bereitzustellen. Auch ignorierte man den Wunsch des Stadtelternbeirates nach einer Verstärkung einer Alternative zum G8-Bildungsgang. Es sind wohl doch nur Lippenbekenntnisse, wenn SPD und Grüne von neuen Wegen im Bildungsbereich reden.

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