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Oppenheimer Straße

Uli Franke

Wir berichteten in unserer letzten Ausgabe über den geplanten Abriss von sieben Häusern in der Oppenheimer Straße und den Protest gegen dieses Vorhaben. Anfang März gelang unter dem Druck der Öffentlichkeit ein Kompromiss zwischen der Mieterinitiative und der Bauverein AG: drei der sieben Häuser werden zunächst nicht abgerissen. Die Mitglieder der Initiative können in den nächsten zehn Jahren weiter dort wohnen.

Wohnungspolitisch ist der Kompromiss kein Fortschritt, denn die Bauverein AG hat ihren Irrweg nicht verlassen. Nur 18 der 60 Wohneinheiten bleiben erhalten. Die übrigen 42 günstigen Mietwohnungen will die Bauverein AG durch 89 neue Einheiten in Reihen- und Mehrfamilienhäusern ersetzen und für die bisherigen Mieterinnen und Mieter unerschwinglich verkaufen. So entstehen zwar 47 zusätzliche Wohneinheiten, allerdings auf Kosten von 42 Einheiten preiswerten Wohnraums. Insgesamt werden in der Postsiedlung durch Abriss bzw. Sanierung 314 günstige Mietwohnungen dem Markt entzogen. Zum Ausgleich sollen 91 Sozialwohnungen entstehen. Dies wird die Stadt ca. 3 Mio. Euro kosten. Doch die äußerst knappen Mittel für den sozialen Wohnungsbau müssen in den Neubau von Sozialwohnungen - etwa auf den Konversionsflächen - und nicht in den sozialen Ausgleich der renditeorientierten Strategie der Bauverein AG fließen. Außerdem umfasst der Kompromiss weder eine verringerte Verdichtung noch wird wenigstens ein Teil der neuen Einheiten als Mietwohnungen angeboten. Der Charakter der Postsiedlung wird unwiderruflich zerstört. Durch den Kompromiss bleibt lediglich für einige Jahre eine Insel der Erinnerung daran erhalten.

Unsere Meinung

Wir fordern weiterhin grundlegende Änderung der Planung in der Oppenheimer Straße. Das Ziel muss sein, den Bestand an günstigen Mietwohnungen und den Charakter der Siedlung zu erhalten.

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