Zum Hauptinhalt springen

SV 98: Ein falsches Signal

Karl-Heinz Böck

In den 70er und 80er Jahren baute der SV Darmstadt 98 das Stadion am Böllenfalltor zu einer Bundes- und Zweitligatauglichen Arena aus. Eine Flutlichtanlage, zur damaligen Zeit eine der modernsten in Deutschland, wurde weitestgehend mit Vereinsmitteln errichtet. Tribüne und Stehplätze wurden neu gebaut, so dass die Zuschauer nicht mehr in Kies und Rasen stehen mussten. Mitte der 80er Jahre kam der Verein zum größten Teil selbst verschuldet in finanziell schwieriges Fahrwasser. In dieser Zeit übernahm die Stadt Darmstadt das Stadion. Von nun an war ein stetiger baulicher Niedergang zu beobachten. Bis zum heutigen Tage wurde immer nur notdürftig geflickt und die allernötigsten Sicherheitsauflagen erfüllt. Hier steht die Wissenschaftsstadt Darmstadt in der Verantwortung!
Aus diesem Grunde stimmte unsere Fraktion auch der Erneuerung der Flutlichtanlage für 200.000 Euro und der Sanierung des Kunstrasenplatzes für 30.000 Euro zu.
Wir vermissen allerdings ein längst überfälliges Gesamtkonzept zur Sanierung des Stadions. Die Toilettenanlagen sind in einem schlechten Zustand, es gibt viel zu wenige Damentoiletten und eine längst fällige Betonsanierung der Stehplätze steht an. Der Sicherheit der Zuschauer dienende so genannte Wellenbrecher erfüllen ihren Zweck schon lange nicht mehr. Darüber hinaus bestehen weitere Defizite für die Sicherheit der Zuschauerinnen und Zuschauer. Ein mittel- bis langfristiges Sanierungskonzept einschließlich eines Finanzierungsplanes ist also dringend erforderlich.
Der SV 98 hat beantragt, ihm seine Schulden an die Stadt von über 537.000 Euro zu erlassen. Dem konnten wir nicht folgen. Wir stellten den Antrag, dass Verein und Stadt gemeinsam ein Entschuldungskonzept erarbeiten. Dieser Antrag wurde jedoch von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag der Fraktion UFFBASSE, die Schulden des Vereins innerhalb von 10 Jahren auszugleichen. Beide Anträge wären eine Voraussetzung gewesen, den Verein SV Darmstadt 1898 mittelfristig zu entschulden. So aber wurde dem Verein einfach über eine halbe Million Euro an Verbindlichkeiten erlassen.
Bei aller Sympathie für die Lilien finden wir die Subventionierung des Profisports in dieser Größenordnung angesichts schwieriger Haushaltslage und Kürzungen beim Breitensport nicht angemessen.

Zurück zum Kopf der Seite