Pressemitteilung: Taubenmanagement
Kurz nach dem Tag der Taube am 13. Juni bringt die Fraktion Linke & Tierschutzpartei eine große Anfrage zum Taubenmanagement in die Stadtverordnetenversammlung ein. Die Anfrage soll klären, wie Darmstadt beim Umgang mit Stadttauben aufgestellt ist, in welchem Zustand bestehende Taubenschläge sind, wie viele noch geplant sind und wie Ehrenamt künftig besser unterstützt werden kann.
Der Tag der Taube erinnert an Cher Ami, die im Ersten Weltkrieg trotz schwerer Verletzungen eine lebenswichtige Nachricht überbrachte, so mutmaßlich 194 Soldaten rettete und am 13. Juni 1919 starb.
„So ungewöhnlich es auch klingt: Bei dem Thema Stadttaube sind sich Politik und Tierschutz einig, die Taubenanzahl muss reduziert werden. Klar ist aber auch: Die Tiere einfach zu töten ist keine Option. Wir Menschen haben das Problem verursacht und müssen jetzt tierschutzgerecht handeln“, erklärt Ayla Kara für die Fraktion Linke & Tierschutzpartei.
Darmstadt setzt bereits auf das sogenannte Augsburger Modell. Dieses Modell arbeitet mit betreuten Taubenschlägen, artgerechter Fütterung, Wasser, sicheren Brutplätzen und dem Austausch von Eiern gegen Attrappen. So können Tauben an feste Standorte gebunden werden, während ihre Vermehrung tierschutzgerecht begrenzt wird. Schon jetzt leistet das Tierheim in Darmstadt wichtige Arbeit bei der Betreuung von Taubenschlägen. Gleichzeitig braucht es weitere Standorte, insbesondere an Orten mit hohem Taubenaufkommen wie dem Luisenplatz und dem Hauptbahnhof.
Besonders wichtig ist der Fraktion auch die Rolle ehrenamtlicher Initiativen. Der Verein Eieiei tauscht an wilden Brutplätzen Eier aus, kümmert sich um verletzte Tiere und leistet damit einen wertvollen Beitrag zur tierschutzgerechten Begrenzung der Taubenpopulation in Darmstadt. Zugleich berichtet der Verein davon, beim Anfüttern und Einfangen verletzter Tiere beleidigt und sogar angespuckt zu werden.
Der weit verbreitete Irrglaube, weniger Futter führe automatisch zu weniger Tauben, ist falsch: Stadttauben brüten aufgrund ihres angezüchteten Bruttriebs auch dann weiter, wenn ihnen nicht ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stehen. Weil viele Menschen das nicht wissen, richtet sich ihre Wut oft gegen die Menschen, die sich um die Tiere kümmern.
„Hass und Übergriffe gegenüber Tierschützerinnen und Tierschützern müssen enden. Menschen müssen dringend mehr über Stadttauben lernen. Wir haben Verantwortung!“, erklärt Ayla Kara für die Fraktion Linke & Tierschutzpartei.
