Pressemitteilung: "Zur Großsanierung des „Bellevue-Blocks“

Gestern berichtete das Darmstädter Echo über erhebliche Mieterhöhungen von 2€/qm nach der geplanten Sanierung des „Bellevue-Blocks“ an der Barkhaus- und der Eckhardtstraße. Betroffen sind zunächst 90 Wohnungen.

Die Fraktion Die Linke hat sich die Modernisierungsankündigung angeschaut und kritisiert, dass der Bauverein bei der Berechnung der umlagefähigen Gewerke die rechtlichen Möglichkeiten einschließlich aller Grauzonen ausnutzt. Der Bauverein will für jede Wohnung im Schnitt 30.000 Euro auf die Mieterinnen und Mieter umlegen. Die Kosten für die eigentliche Wärmedämmung, die auch Heizkosten spart, bilden dabei den kleineren Anteil. Die großen Posten sind die Bad-Erneuerung (7.000€ pro Wohnung), die Vorbereitung für Fernwärme (4.000€), die Planungskosten (5.000€) und das Stellen des Gerüsts (3.000€).

Der Bauverein kündigt an, anstelle der gesetzlich möglichen 4,40€ Mieterhöhung pro Quadratmeter nur 2€ zu verlangen (das entspricht der Absenkung des Umlagefaktors von den gesetzlichen 8% auf 3,6%). Dies erscheint auf den ersten Blick großzügig.

Der Stadtverordnete Uli Franke stellt jedoch fest: „Wenn nur die energetisch wirksamen Sanierungen auf die Mieter abgewälzt würden, und der Bauverein die Erneuerung der Bäder, die Fernwärme-Umstellung, einen Großteil der Planungskosten und das Gerüst übernähme, das er ohnehin stellen müsste, dann blieben für jede Wohnung nur noch 14.000 Euro Sanierungskosten. Bei dem mit der Stadt vereinbarten Umlagefaktor von 6% wären dann nur 1,40€/qm auf die Miete anzurechnen.“

Franke findet, dass der Bauverein nach Jahrzehnten der Investitionszurückhaltung bei gleichzeitig stark angehobenen Mieten selbst für die Verbesserung der Wohnstandards aufkommen kann. Denn „die Mieterinnen und Mieter haben diese Verbesserungen ja in den letzten Jahren vorfinanziert“.

Die Fraktion Die Linke fordert, die Modernisierungsumlage mit sozialer Herangehensweise neu zu berechnen und auf 1,50 Euro/qm monatlich zu begrenzen. In Härtefällen darf nicht mehr als 1 Euro auf die Miete aufgeschlagen werden.