Antrag "Innenstadt-Feste für alle"

Kunst und Kultur

Behandelt in der Stavo am 20.07.2023

Antragstext:

Die Stadt Darmstadt erteilt künftig Sondernutzungserlaubnisse für die Sperrung von Verkehrsanlagen im Bereich der Innenstadt nur für Veranstaltungen, die zu einem erheblichen Anteil für alle frei zugänglich sind.

Begründung:

Die Entwicklung des Schlossgrabenfests von einem regional orientierten „Fest für alle“ mit einem nennenswerten Anteil lokaler und regionaler Bands zur einem kommerziellen Großereignis mit zahlreichen nationalen und internationalen Top-Acts sorgt zunehmend für Unmut in der Stadtgesellschaft. Das zeigen persönliche Gespräche, Diskussionen in sozialen Medien und auch etliche Leserbriefe in der Lokalpresse.

Mit unserem Antrag wollen wir nicht die Kritik an der Lautstärke des Fests aufgreifen. Diese war auch bei früheren Festen mit freiem Zugang schon sehr hoch. Die Suche nach einem Kompromiss zwischen urbanem Leben und dem Bedürfnis nach Ruhe ist eine politische Daueraufgabe, die nicht nur das Schlossgrabenfest betrifft und zu deren Lösung dieser Antrag keinen Beitrag leisten soll.

Hier geht es um die Frage, ob und unter welchen Bedingungen die vorübergehende Privatisierung des öffentlichen Raums für kommerzielle Zwecke akzeptiert werden kann.

Wie viele andere Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt bedauern die Antragstellenden, dass das Fest seinen regionalen Charakter verloren und sich zunehmend von der Stadtgesellschaft entfremdet hat. Durch die Fokussierung des Programms auf nationale und internationale Berühmtheiten sind der Einzugsbereich und die Größe des Fests immer weiter angewachsen, was seit dem vorigen Jahr dazu geführt hat, dass die Veranstalter den freien Zugang zu den Konzerten komplett aufgegeben haben. Damit wurde eine wichtige Verbindung zur Stadtgesellschaft gekappt.

Eine Großveranstaltung, die die Bürgerinnen und Bürger zwar erheblich beeinträchtigt, ihnen aber keinen freien Zugang bieten kann, gehört nicht ins Zentrum der Stadt.

Der Antrag ist ein Kompromiss zwischen einem innenstädtischen Musikfestival für alle, so wie wir es uns wünschen würden, und der heutigen Realität des Schlossgrabenfests: es soll möglich bleiben, für einen Teil der Konzerte Eintritt zu erheben, aber der Veranstalter muss ein Konzept vorlegen, mit dem ein erheblicher Teil des Festivals jedoch frei zugänglich bleibt. Dies könnte insbesondere durch freien Eintritt an bestimmten Festival-Tagen, an den Nachmittagen oder in bestimmten Bereichen des Festgeländes erfolgen.

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